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Angemerkelt statt aufgemerkt!

DSC_5679 Ein bunter Trupp von jungen Leuten kam am Pfingstmontag wieder einmal im Jugendhaus zusammen, um gemeinsam eine Woche zu verbringen und den ein oder anderen Sprung zu wagen.

Gleich zu Beginn wurden wir schon etwas warm miteinander, einmal durch das Gespräch mit einem zugelosten Steckbriefpartner und dann buchstäblich, als wir alle zusammen als zusammengebundenes Knäul von unten hoch in den Gruppenraum mussten.

Am Abend stand die Kindheit im Mittelpunkt und bei einer kleinen Meditation konnte man sich mit dem Kuscheltier im Arm gut an einen Lieblingsort vergangener Tage zurückträumen. In Kleingruppen ließ sich schön in den Erinnerungen weiterschwelgen, wie nah oder fern sie auch lagen. Eine erste Werwolfrunde folgte und auch danach war, zumindest im Sofazimmer, noch Leben.

Am nächsten Tag wagten wir den Blick über unsere Sprungbrettränder hinaus und nahmen so die Jugend in den Fokus. Wie am Vorabend zur Kindheit gewerkelt wurde, wurde auch jetzt in einer Solozeit gemalt und geschrieben, ein Symbol für das Jugendlichsein gefunden, was einem Spaß macht als Jugendliche(r) oder womit man weniger gut klarkommt. Am Nachmittag fanden wir uns in Kleingruppen zum „Fußspurenspiel“ zusammen, um gemeinsam großen und kleinen Fragen und Themen des Lebens nachzugehen. Nach einem lebhaften Spieleabend verteilten wir uns ein bisschen im Haus und es wurde eine gemütliche Singrunde eröffnet und unermüdlich Werwolf gespielt.

Der Mittwoch war für uns alle dieses Jahr besonders aufregend, weil wir als kleines Experiment die Improtheatergruppe Akademie Reuschberg aus Schöllkrippen zu uns eingeladen hatten. Je 10 Leute wagten sich gemeinsam vor-bzw. nachmittags in den in ein ganz neues Gewand gekleideten Gruppenraum, um sich für gut drei Stunden in die Welt des Theaters entführen zu lassen und selbst in die verschiedensten Rollen zu schlüpfen. Tatsächlich war das für viele von uns eine sehr ungewohnte, etwas merkwürdige Welt, die verbunden ist mit viel Überwindung.Toll war es zu spüren, dass sich in unserer Gruppe durchaus auf Neues eingelassen werden kann, weil jeder sich traute mal ins kalte Wasser zu springen und man so die Sicherheit hatte, nicht alleine zu sein und vor allem nicht ausgelacht zu werden. Dadurch, dass es sich um Improtheater handelte, war zudem meistens die Idee oder das Gefühl, das eben gerade da war, genau richtig und passend. Der Gedanke, dass man so, wie man gerade da ist gut ist, passt gut zum wertschätzenden Menschenbild in unserer Jugendarbeit. Natürlich war es nicht leicht, sich auf Knopfdruck vor anderen auf die Bühne zu stellen und ein Gefühl oder eine Situation darzustellen und sich dabei wohl in seiner Haut zu fühlen. Aber vielleicht ist das gerade „typisch jugendlich“, so die eigenen Grenzen zu spüren und rauszufinden womit man sich wohlfühlt…

Nachdem wir unsere Gefühle zu diesem ungewöhnlichen Tag in kleinen Gruppen etwas reflektiert hatten, ging es gestärkt nach einem guten Essen zurück ins gewohnte Programm. Der Film „Grüne Wüste“ mit all den Problemen und Fragen, die das Leben so bergen kann, bewegte und konfrontierte viele mit einer womöglich ungewohnten Schwere. Wieder war es gut, von einer Gruppe umgeben zu sein und aufgefangen zu werden mit all den Traurigkeiten oder Ängsten, die in einem sind und plötzlich hochkamen. Nach einer Kerzenrunde, die den Raum und auch uns selbst mit hoffnungsvollem Licht erhellte, blieben viele noch im Gruppenraum sitzen, um Stille, Worte oder tröstende Schokolade zu teilen. Ein intensiver Tag, voll bepackt mit Situationen, die etwas in einem bewegten und berührten, die einen Sprung erforderten oder einen Schubs gaben, ging zu Ende.

Am Donnerstag machten wir uns morgens auf zu einer Gemeinschaftsaktion in den Wald.  Mit Absperrband waren immer höher werdende Hindernisse gespannt, die es galt als Gruppe zu überwinden. Es war eine Freude zu spüren, wie alle sich nach ein paar Anlaufschwierigkeiten immer mehr aufeinander einspielten und schließlich alle Hürden überwanden. Im Mauschelgang zu Zweit ging es zurück zum Jugendhaus und in Kleingruppen wurde die persönliche Rolle in der Aktion im Wald und generell im Leben beleuchtet: Wie sehe ich mich, wie sehen mich andere? Fühle ich mich wohl in meiner Haut? Später am Abend kam ein Zeitpunkt, an dem sich ganz bestimmt jede(r) mal so richtig wohl in seiner Haut fühlte, nämlich beim Platz an der Sonne auf dem jede(r) eine Weile thronen durfte und wärmende Worte von anderen zu hören bekam. Nachdem wir alle nun mindestens 1-2 cm größer waren (oder uns zumindest so fühlten), wurde auch der restliche Abend sehr beschwingt und schön. Manche wurden kreativ mit Dixit, ein paar Wilde konnten vom Krabbencatchen und Ninja nicht genug kriegen und auch der „Cupsong“ aus Pitch Perfect wurde in kleinem Kreis gelehrt und performed! Um 23 Uhr da wars vorbei mit dem bunten Treiben, der Tee war gekocht und es ging nach Düsterwald..

Nach einer kurzen Nacht gab es am nächsten Tag glücklicherweise ein „Spätstück“ und damit gestärkt ging es in die Galerie. Wieder einmal war die Gemeinschaft gefragt, um lose Schnüre zu einem Netz zu knüpfen. Die Bibelstelle, die wir danach teilten, in der Jesus andere zu Menschenfischern machen will, knüpfte da gut an. Wieder in Kleingruppen redeten wir über Zukunftspläne, Berufung oder innere Stimme; eckten an, aber fanden auch Gefallen mit und an dem Wort „Menschenfischer“. Als wieder alle versammelt waren, wurde die verschiedensten Gedanken aus der Kleingruppe ans Netz gebunden und so Reichhaltiges in unserem gemeinsamen Netz aufgefangen. Reichhaltig und vor allem einzigartig ging es in der Lebensfeier am Nachmittag weiter. Anhand von Natursymbolen stellten wir uns gegenseitig unseren aktuellen Stand im Leben vor – viel Klarheit und Ehrlichkeit wurde da geteilt.

Schon war der Abreisetag da, doch bevors ans große Aufräumen ging, wurden noch viele gute Worte verteilt, zunächst in einem Brief, den man an sich selbst verfassen konnte und dann noch mit eifrigem Zettelchen schreiben für andere. Zu guter letzt verbrannten wir die Zettel, auf die wir am 1. Tag notiert hatten, was wir aus unserer Kindheit hinter uns lassen wollen und streuten die Asche in den Wind.

Ein runder Abschluss! Auf dass wir, wo unsere zaghaften oder sicheren Sprünge uns auch hinführen, wieder einmal zusammen kommen!

 

Kommentare IconKommentare

  1. Alica schrieb
    am 10.06.2015 um 12:05 Uhr

    Ach wie schön alle Tage noch einmal beim Bericht lesen durchleben zu dürfen! Und auch die Bilder sind so voller guter Laune und Gemeinschaft :). Da hab ich doch glatt Lust sofort jemanden anzumerkeln!
    Danke für die schöne Woche und die lieben Briefchen, die ich erhalten habe!

  2. Hanna schrieb
    am 10.06.2015 um 12:21 Uhr

    Da kann ich mich nur anschließen!
    Ich hoffe ihr seid alle gut in den Alltag gehüpft. Hätte Lust auf eine Brise Gunzenhaus + Sprungbrett. Was für eine gemütliche Woche :)

  3. Sabrina Lenz schrieb
    am 10.06.2015 um 18:50 Uhr

    … was für ein schöner Bericht, der auch mir das Gefühl gegeben hat, nochmal mittendrin im Sprungbrett zu sein! Ich hoffe, ihr spürt alle noch etwas vom „Sprungbrett“-Gefühl, wenn ihr jetzt wieder mittendrin in der Schule seid. Bis bald…

  4. Johannes Pfaff schrieb
    am 17.06.2015 um 09:36 Uhr

    Eeeeha, klingt und schaut wieder nach ganz viel Spaß und geilen Stunden aus. Werd ich direkt neidisch, ich hoffe man sieht sich irgendwie irgendwo irgendwann!

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