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Sternstunden

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48 Stunden voller Leben: das wurde schon in den ersten Minuten am Freitag spürbar, als Gehüpfe, Wiedersehensfreude und lachende Gesichter das Gunzenhaus erfüllten. Insgesamt 20 junge Menschen machten sich diesmal auf, um den Basics im Leben nachzuforschen. Symbolisiert wurde das ganz persönliche Leben durch eine kleine Weltkugel, die zunächst mit blauer Farbe bemalt wurde.

Miteinander warm werden und einen Blick darauf werfen, wer um einen rum ist, damit gings dann so richtig los im Gruppenraum, als sich alle in „Gottesteilchen“ verwandelten und mit verbunden Augen durch den Raum tappten und sich bei Berührungen auf die verschiedenste Weise begrüßten.

In Kleingruppen drehte es sich dann um die erste Basis, die Hoffnung. Worum sich das eigene Leben gerade dreht und was darin die kleinen und großen Hoffnungen sind, das hatte hier seinen Platz. Anschließend wurde fleißig an (Lügen)geschichten getüftelt, um nachher einen Partner aus der Kleingruppe in der großen Runde vorstellen zu können. Der erste Kontinent wurde mit grüner Farbe und darin vermischten Blüten bemalt. Danach machten wir es uns gemütlich um die Dokumentation „Weil ich länger leben als du“ zu schauen. Darin geht es um drei Kinderaktivisten die mit großem Weitblick für eine bessere Welt kämpfen. Im Zentrum steht dabei Felix Finkbeiner aus Deutschland, der die Schülerinitiative „Plant for the planet“ ins Leben rief, die Bäume pflanzt um ein Zeichen gegen den Klimawandel und für globale Gerechtigkeit zu setzen. Die Gedanken die danach ausgesprochen wurden, zeigten wie beeindruckend das Engagement dieser jungen Menschen auf viele wirkte. Ihre Ausdauer in der Erwachsenenenwelt gehört zu werden, machte Mut für das aufzustehen und zu kämpfen, was einem wichtig ist. In einem abschließenden Ritual beschriftete jeder ein grünes Fähnchen mit einer neuen Entdeckung zum Thema Hoffnung, das dann an die große Kugel im Gruppenraum gepinnt wurde. Für eine Werwolfrunde war noch Zeit, aber dann wurde sich ausgeschlafen für den nächsten Tag, der dem zweiten Kontinent, der Liebe gewidmet war.

So lieblich fing der aber nach dem Frühstück gar nicht an, als ein einsamer Insulianer alle andern von seiner Insel vertrieb. Zum Glück gings aber gleich gemeinsam weiter und zwar indem sich auf die Suche nach Wörtern zu „Liebe“ gemacht wurde. Dass dieses Wort ganz schön viel umfasst und die Runde wohl endlos hätte gehen können, wurde hier deutlich. Um den vielen Facetten gerecht zu werden, konnte man die nächsten Stunden einen Stationenlauf besuchen. Da gab es die „Familie“, wo man seinen Stammbaum zeichnen und sich über die verschiedenen Beziehungen in seiner Verwandtschaft klar werden konnte oder die Ecke im Sofazimmer, in der man einem Freund einen Brief schreiben konnte. Außerdem wurde ein Partnerschaftshaus gestaltet, mit dem, was eine solche Beziehung besonders macht, dem Fundament und was lieber draußen bleiben sollte. An anderer Stelle war ein Spiegel aufgestellt, in dem man sich selbst in seiner Einzigartigkeit betrachten konnte und draußen konnte man sich seinen Feinden widmen und die Wut rausschreien.

Zwischendurch fand sich immer wieder mal jemand in der Küche ein, um am gemeinsamen Obstsalat zu schnippeln und einen netten Plausch zu halten. Auch der zweite Kontinent wurde in Rot vermischt mit Rosenblättern bemalt. Über den Tag fanden sich immer wieder kleine Grüppchen zusammen, zum Dixit spielen oder Singen und auch verschiedenste Ratespiele waren mal wieder hoch im Kurs. Am Nachmittag teilte sich die Gruppe in eine Mädchen-und eine Jungsrunde auf, um mit dem Fußspurenspiel nochmal tiefer in die Liebe, in Fragen zu Familie, Freundschaft, Partnerschaft, Feinde oder einem selbst einzutauchen. Wieder gab es dann eine Entdeckerrunde, diesmal mit roten Fähnchen. Nach dem Abendessen veranstalteten wir im Gruppenraum noch ein romantisches Speeddating mit Pantomime und irren Geschichten. Darauf folgte „Romeo und Julia“, was die ein oder andere Julia zu Fall und definitiv die ganze Gruppe zum Lachen brachte! In einer Massagerunde konnten wir einander nochmal was gutes tun, um dann tiefenentspannt in eine Werwolfrunde zu starten. Danach verteilte sich alles ein bisschen im Haus, einmal gabs beim Fußspurenspiel noch Austauschbedarf, eine kleine Werwolfsmeute rottete sich zusammen und in der Galerie wurde gesungen. Ein schönes Treiben auf jeden Fall, bei dem der Mitternachtssnack auch nicht fehlen durfte.

Mehr oder weniger ausgeschlafen, brach dann auch schon der Sonntag an. Heute ging es um die Basis „Glauben“ oder das, was wir mit „fest auf dem Boden stehen“, mit „auf das Leben vertrauen“ meinen. Los ging es mit einer Übung, in der die drei Basics Hoffnung, Liebe, Glaube in Zusammenhang und zum Ausdruck gebracht wurden. Jeder für sich konnte bewusst fest auf dem Boden stehen, die Welt umarmen und nach den Sternen greifen. In der anschließenden Solozeit suchte sich jeder ein Plätzchen, um sich Gedanken zu machen, was einem festen Halt gibt. Trotz des Regens wagten sich ein paar nach draußen und genossen diese Zeit in der Natur auf einem Fleckchen Erde, um nachzuspüren, wie die Welt einen trägt. Als sich alle wieder auf der Wiese vorm Jugendhaus versammelten, fand man sich zu dritt zusammen, um beim Vertrauenspendel zu merken, dass es oftmals andere Menschen sind, die uns tragen und Halt geben. Für den anschließenden Zweier-Spaziergang kam extra wieder die Sonne raus, sodass alle eine Runde laufen konnten, um dabei über die Gedanken aus der Solozeit, den Glauben und das was für jeden Einzelnen damit zusammenhängt zu philosophieren. In Kleingruppen gings dann um verschiedene Formen des „gläubig sein“, die von jedem in eine eigene Reihenfolge gebracht werden konnten.

Das ganze Wochenende wurde dann abgerundet mit einer Lebensfeier, in der wir unsere Gemeinschaft, das Leben und die (neu entdeckten) Basics Glaube, Liebe und Hoffnung feierten. Eine Bibelstelle wurde geteilt und in der Agape Brot, Wurst, Käse und Traubensaft. Auch das letzte Entdecker-Fähnchen wurde gepinnt und in einer abschließenden Runde der Nachbar gesegnet.
Viel zu früh musste dann wieder an Aufräumen und Packen gedacht und beim Kugeltausch-Abschiednehmen auf ein baldiges Wiedersehen gehofft werden. Aber zunächst hat ja jetzt jeder eine kleine Basickugel im Gepäck, die erinnert an hoffnungsvolle Sternstunden, Welt-Umarmungs-Momente oder solche, in denen man fest auf dem Boden steht.

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